Unsere Lunge

Superfilter für ein langes Leben

Von Tobias Lemser · 2021

Atemzug für Atemzug hält uns die Lunge am Leben. Bis zu 20.000 Mal bewegt sie sich im Laufe eines Tages und versorgt unseren Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Umso wichtiger ist es, diesen Filter vor ernsthaften Atemwegserkrankungen zu schützen. Neben einem gesunden Lebensstil braucht es jedoch weitere vorbeugende Maßnahmen.

Hände halten schützend ein Modell der Lunge
Achtsamkeit kann die Gesundheit der Lunge fördern und bewahren. Foto: iStock / ThitareeSarmkasat

So lange wie möglich unter Wasser zu tauchen, gehört für viele in Kindheitstagen zu den ersten großen Mutproben. Egal wie ausdauernd, schnell wird deutlich, wie sehr unser Körper ohne Sauerstoff bereits nach kurzer Zeit an seine Grenzen kommt. Zentrales Organ, um ein Leben lang Luft einatmen zu können,
ist die Lunge – ein wahres Wunderwerk, das mit jedem Atemzug rund einen halben Liter Luft einsaugt. 

Keim- und Schadstoffbelastung

Besonders beeindruckend: In den feinen Verästelungen der beiden Lungenflügel befinden sich jeweils circa 300 Millionen Lungenbläschen, welche von einem feinen Adernetz umhüllt sind. In den sogenannten Kapillaren findet der Gasaustausch mit dem Blut statt. Auch verfügen die Luftwege über einen klebrigen Schleim, um Staub und Krankheitserreger einzufangen und mittels winziger Flimmerhärchen wieder hinauszubefördern. Dennoch schafft es die Lunge nicht, sämtliche Bakterien und Viren abzuhalten. Ganz im Gegenteil: Sind wir erkältet, werden innerhalb einer Stunde rund 10.000 Bakterien und 100.000 Viren in unser Atemsystem eingeschleust. Doch auch Tabakkonsum setzt der Lunge zu und ist neben der Feinstaubbelastung sogar der Hauptrisikofaktor für die meisten Lungenkrankheiten, wie beispielsweise für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD. 

Unsere Lunge: Selbstreinigungssystem am Limit

Wie aus Daten des Gesundheitsatlasses COPD hervorgeht, liegt der Anteil der über 40-jährigen Menschen mit einer COPD-Erkrankung in den Regionen am höchsten, in denen besonders viele Raucherinnen und Raucher leben – nämlich bei 7,8 Prozent, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK im Mai veröffentlichte. Da wo weniger Glimmstängel brennen, gibt es dagegen nur 6,3 Prozent Erkrankte. Rauchen kann jedoch auch für ein Emphysem verantwortlich sein – eine Erkrankung der Lunge, bei der der Gasaustausch gestört ist. Das Gute: Auch wenn Emphysem und COPD bislang als nicht heilbar gelten, stehen für beide Lungenerkrankungen wirkungsvolle Therapien wie etwa die Inhalationstherapie zur Verfügung, welche die Lebensqualität der Betroffenen wieder erhöhen können.

Antikörper gegen COVID-19

Ebenso in die Riege der Lungenerkrankungen zu zählen ist COVID-19 – seit nun fast zwei Jahren in aller Munde, bestimmt es noch heute das tägliche Leben in all seinen Facetten. Zwar gibt es inzwischen sehr gut wirkende Impfstoffe, dennoch arbeiten Forscher und Forscherinnen seit Ausbruch der Pandemie weiterhin an der Entwicklung effektiver Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten. Hoffnung auf sofortigen Schutz vor COVID-19 macht eine aktuelle Studie zu einem Antikörper-Präparat. Ziel dieser hochspezifischen sogenannten monoklonalen Antikörper ist es zu verhindern, dass sich SARS-CoV-2 an die Wirtszellen binden kann. Eingesetzt werden soll das Medikament vor allem, um eine Infektion zu verhindern – etwa dann, wenn es für eine Impfung zu spät ist. Noch in diesem Jahr sollen weitere Daten dazu veröffentlicht werden.

Keime im Filter ersticken

So lange kein absoluter Schutz vor COVID-19 besteht, ist es umso entscheidender, vorzubeugen und alles zu tun, um dem Virus aus dem Weg zu gehen – was jeder Erwachsene durch verantwortungsvolles Verhalten zum Großteil selbst in der Hand hat, stellt sich als Problem in den Schulen heraus, wo es das Virus besonders leicht hat. Grund, weshalb entsprechende Hygienefilter in Klassenräumen eine wichtige Säule der Prävention darstellen können. Denn kann die Raumluft keim- und virenfrei gehalten werden, minimiert sich auch das aerogene Ansteckungsrisiko – ein wichtiger Baustein zum Schutz unserer Kinder und letztlich unser aller Gesundheit, um schnellstmöglich zu einem weitestgehend normalen Alltagsleben zurückkehren zu können.

Über unsere Lunge

Die Lunge einer erwachsenen Person wiegt rund 1,3 Kilogramm. Zudem hat sie einen Durchmesser von rund 15 Zentimetern und eine Länge von 26 Zentimeter.

Hinter- und nebeneinander gesetzt, bilden unsere Lungenbläschen eine Oberfläche in der Größe eines Tennisplatzes. 

Wenn wir niesen, schießt die Luft mit 165 Stundenkilometer aus der Nase. Bis zu fünf Meter weit werden dabei die Keime geschleudert. 

Erwachsene Personen machen pro Minute zwischen zwölf und 18 Atemzüge, Babys atmen dagegen 40 bis 50 Mal in der Minute.

Bis zum 21. Lebensjahr atmet unsere Lunge so viel Luft ein, wie in 3,5 Millionen Luftballons passt.

Quelle: https://mehr-luft.at/aktuell/wunderwerk-lunge-fakten-zum-atmungsorgan; Zugriff: 09/2021

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