Medizinalhanf

Legaler Hoffnungsträger für Schwerkranke

Von Tobias Lemser · 2021

Endlich ein Medikament zur Verfügung haben, das Patienten mit starken Schmerzen hilft: Medizinisches Cannabis macht es möglich. Doch bei welchen Erkrankungen ist dessen Einsatz sinnvoll? Neue Erkenntnisse dazu liefert eine österreichische Studie.

Foto von einer Hanfpflanze
Cannabis hatte lange Zeit nur den zweifelhaften Ruf als Rauschmittel. Foto: iStock / Jeremy Poland

Cannabis auf Rezept? Noch vor wenigen Jahren hätten die meisten Patienten ihren Augen kaum getraut, wenn der Hausarzt eine bis dato allein als Droge bekannte Substanz verschrieben hätte. Seit März 2017 ist das anders: Denn seitdem ist medizinisches Cannabis ganz offiziell als Arzneimittel in Deutschland freigegeben.

Medizinalhanf für Schmerzen und Entzündungen

Doch was verbirgt sich hinter dieser Substanz? Fest steht: Die medizinischen Wirkungen dieser Hanfpflanze sind auf die Inhaltsstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) zurückzuführen. Während THC einen berauschenden und entspannenden Effekt hat, wirkt CBD angstlösend und kann Entzündungen hemmen. Das Prinzip: Medizinisches Cannabis wirkt auf bestimmte Schmerzrezeptoren und Impulse der Nerven, die zum Gehirn führen und durch diese Substanz unterdrückt werden. Dass medizinisches Cannabis abhängig macht, ist bislang nicht bekannt, allerdings fehlen noch Langzeitstudien. Voraussetzung, damit es zum Einsatz kommen kann: Andere therapeutische Möglichkeiten sollten ausgeschöpft und die Therapie sinnvoll sein. Anwendungsbereiche von Medizinalhanf sind chronische Schmerzen, Muskelkrämpfe bei Multipler Sklerose, genauso wie Übelkeit und Erbrechen, etwa als Folge einer Chemotherapie.

Hoffnung für Parkinson-Patienten

Dass medizinisches Cannabis auch bei Morbus Parkinson positive Effekte hat, wird bereits seit Längerem vermutet. Den wissenschaftlichen Beweis dazu brachte im vergangenen Jahr eine Studie der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck. Um herauszufinden, wie Cannabis bei Parkinson wirkt, verabreichten die Forscher in einer randomisierten Doppelblindstudie 38 Patienten mit Parkinson ein synthetisiertes THC-Präparat. Während zu Beginn alle Probanden jeden Tag dieses Präparat bekamen, erhielt nach fünf Wochen die Hälfte der Personen nur noch ein Placebo. Ergebnis: Das medizinische Cannabis minimierte vor allem die nicht-motorischen Beschwerden wie Schlaflosigkeit und Angstzustände. In der Placebo-Gruppe zeigte sich dagegen eine signifikante Verschlechterung der Symptome. Fazit: Auch wenn weitere Studien notwendig sind, bestehen gute Chancen, dass Medizinalcannabis zukünftig auch zur Linderung von Parkinson-Beschwerden eingesetzt werden kann.

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