Durchschlafstörungen

Wenn die oberen Atemwege "zusammenfallen"

Von Mark Krüger · 2021

Ein Mann und eine Frau neben einander liegend im Bett. Der Mann schläft, während die Frau wach daneben liegt.
Foto: gettyimages/Frederic Cirou

Etwa sieben Millionen Deutsche im mittleren Lebensalter schnarchen – das kann nicht nur Beziehungen auf den Prüfstand stellen, sondern auch ein Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) sein. Unbehandelt können die nächtlichen Atemaussetzer gefährliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Ein- und Durchschlafstörungen, Tagesschläfrigkeit, Leistungsabfall in Beruf und Alltag – für diese Symptome kann eine ganz bestimmte Ursache infrage kommen, die Betroffene selbst in der Regel nicht wahrnehmen. Der Grund: Sie schlafen, wenn die sogenannte obstruktive Schlafapnoe (OSA) auftritt. Bei den Betroffenen kommt es während des Schlafs wiederholt zu einem „Zusammenfallen" der oberen Atemwege, da die Zungen- und Rachenmuskulatur erschlafft. Dadurch verengt sich der Atemweg im Rachenbereich oder blockiert sogar ganz, wodurch beim Ein- und Ausatmen ein verdächtiges lautes, unregelmäßiges Schnarchen entsteht. Schließen sich die oberen Atemwege gänzlich, sind Atemaussetzer die Folge, die zu einem deutlichen Abfall der Sauerstoffsättigung im Körper führen. 

Auswirkungen von Durchschlafstörungen nicht unterschätzen

In Deutschland sind 26 Millionen Menschen von einer OSA betroffen – Männer überdurchschnittlich häufig. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2019 in 101.400 Fällen Patienten mit der Diagnose Schlafstörungen stationär behandelt. Unter diesen Diagnosen macht die Schlafapnoe über 93 Prozent der Fälle aus. Als Ursache kommen eine genetische Veranlagung, aber auch das Alter, ein ungesunder Lebensstil und Übergewicht infrage. Unbehandelt kann die schlafbezogene Atmungsstörung auch zu Depressionen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Neuere Studien attestieren einen Verlust von Hirnleistung und somit einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Demenz. Angesichts der potenziellen Auswirkungen der OSA betonen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung.

Häufigkeit und Länge entscheidend

Die Diagnose erfolgt im Rahmen einer schlafmedizinischen Untersuchung im Schlaflabor oder durch einen „Home-Sleep-Test". Pro Stunde mindestens fünf Aussetzer über zehn Sekunden Dauer weisen auf eine Schlafapnoe hin. Bei einer ausgeprägten OSA kommt vorrangig eine Beatmungsmaske zum Einsatz, die nachts getragen wird und mit Überdruck arbeitet. Alternative Therapieformen, die sich aber nicht für alle Patienten eignen, sind zum Beispiel die Unterkiefer-Protrusionsschiene oder ein Zungenschrittmacher, der implantiert wird.

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