Raumklima verbessern

So atmet es sich gesünder

Von Mark Krüger · 2020

Schlechte Luft zu Hause macht auf Dauer krank und verstärkt die Symptome von Atemwegspatienten. Von Luftbefeuchtern über Raumfilter und einer grünen Lunge im Kleinformat, es gibt viele Möglichkeiten, die eigenen vier Wände atemgesünder zu machen. Doch welche sorgt wirklich für ein besseres Raumklima und worauf gilt es zu achten?

Paar, was auf der Couch liegt und entspannt.
Pflanzen sorgen für mehr Sauerstoff in der Luft. Foto: iStock / fizkes

In den eigenen vier Wänden fühlen wir uns sicher und geborgen. Allerdings gibt es auch hier einige Faktoren, die das Raumklima negativ beeinflussen und Infekte wie Erkältungen, Allergien und Atemwegserkrankungen begünstigen können. Dazu gehören beispielsweise in der Luft gelöste Schadstoffe aus Teppichen, Möbeln und Baustoffen, aber auch Staub. Hinzu gesellt sich in der kalten Jahreszeit die Heizungsluft, die unter anderem zu Hustenreiz und trockenen Nasenschleimhäuten führen kann, und aktuell die Coronavirus-Ansteckungsgefahr, die bekanntlich in geschlossenen Räumen größer ist.

Schutz vor „Austrocknung“

Um das Risiko für einen Infekt durch trockene Atemwege zu minimieren und Beschwerden von Atemwegspatienten mit Asthma und COPD nicht zu verstärken, empfehlen Mediziner eine relative Luftfeuchtigkeit in Räumen zwischen 40 und 60 Prozent. Doch was tun, wenn die empfohlenen Werte unterschritten werden? Und warum ist trockene Luft ein Winterphänomen? Die Erklärung – einfach ausgedrückt: Kalte Luft, die von draußen beim Lüften in den Raum gelangt, enthält schlichtweg kaum Wasserdampf. Um die Luftfeuchtigkeit in Räumen auf einen gesunden Wohlfühlwert zu erhöhen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten – von der Wasserschale auf der Heizung bis hin zu Hightech-Luftbefeuchtern. Da die Auswahl an Geräten sehr groß ist, ist es ratsam, sich gut beraten zu lassen und Testergebnisse, zum Beispiel die von ÖKO-TEST aus 2019, unter die Lupe zu nehmen. Wichtig ist, dass die Geräte für die jeweilige Raumgröße auch genügend Wasser in die Luft bringen und keine Bakterien und Co. in den Raum schleudern – was gerade jetzt, während der Corona-Pandemie, verheerende Folgen haben könnte.

Corona: Luftreiniger als Ergänzung

Um die Ansteckungsgefahr in Räumen zu reduzieren, kaufen sich viele Menschen derzeit einen Luftreiniger fürs Zuhause oder für das Büro. Ihre Aufgabe: luftübertragene Allergene wie Pollen, Tierschuppen und Staubpartikel, Schimmelsporen, aber auch Viren und Aerosole aus der Luft filtern. Bei Allergikern und Asthmatikern schon lange hoch im Kurs, steigt jetzt das Interesse an den mobilen Geräten grundsätzlich. Der Grund: das Virus SARS-CoV-2, das sich bekanntlich auch über winzige Aerosol-Partikel beim Sprechen, Niesen oder Husten verbreitet. Doch nicht jeder Raumluftreiniger filtert gleich gut Aerosole – und damit auch enthaltene (Corona-)Viren – aus der Luft. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät beim Kauf eines mobilen Luftfilters zu Folgendem: „Die Reinigungsleistung muss zur Raumgröße und Personenzahl passen. Nicht jedes Gerät filtert Viren und Virenpartikel aus der Luft: Achten Sie auf HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14. Auf Geräte, die mit Ozon arbeiten, sollten Sie verzichten. Sie können die Raumluft zusätzlich mit gesundheitsschädlichen Stoffen belasten.“ Raumluftreiniger können unter diesen Voraussetzungen also zur Minimierung der Virenlast beitragen, gleichzeitig wird – auch von Seiten des Umweltbundesamts – davor gewarnt, sich allein auf Luftreiniger als Wundermittel gegen das Corona-Virus zu verlassen. Regelmäßiges Lüften sei weiterhin das A und O – genauso wie die Einhaltung der Hygieneregeln.

Raumklima verbessern mit kostengünstigen Sauerstoffspendern

Bekannt ist: Sauerstoff ist der Treibstoff des menschlichen Organismus. Im Winter, wo die Fenster meist geschlossen sind, wir weniger oft an der frischen Luft oder gar in Quarantäne sind, können Sauerstoffspender zu Hause nicht schaden. Die Rede ist von Pflanzen. Sie wandeln bei der Fotosynthese über das Chlorophyll in den Blättern Kohlendioxid (CO2) unter anderem in Sauerstoff um und sorgen so für eine bessere Raumluft. Doch damit nicht genug: Pflanzen sind auch natürliche Luftbefeuchter, da das Gros des Gießwassers keimfrei an die Umgebung abgegeben wird, und manche grünen Vertreter sind sogar wahre Schadstoffkiller. Attestiert wurde letztere Eigenschaft Ende der 1980er-Jahre von der NASA. Die zivile US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft hat im Rahmen der Studie „NASA Clean Air Study“ ermittelt, dass Pflanzen wie Gemeiner Efeu, Echte Aloe, Philodendron und Grünlilie in der Lage sind, zum Beispiel Chemikalien, wie Benzol und Formaldehyd, aus der Luft zu filtern.

Natürliche Schadstoffkiller

Der Gemeine Efeu ist laut NASA-Studie nicht nur in der Lage, über 90 Prozent der in der Luft enthaltenen Schadstoffe zu filtern, sondern nimmt auch Schimmelsporen auf. Das wirkt sich besonders positiv auf Menschen mit Allergien und Atemwegserkrankungen wie Asthma aus. Um das Raumklima signifikant zu verbessern, empfehlen US-Forscher mindestens ein „Pflanzenfilter“ pro neun Quadratmeter. Dabei gilt: Je größer die Pflanze, desto größer der Effekt.

Wussten Sie schon, dass ...

...die Exposition gegenüber Luftschadstoffen, sowohl partikulärer als auch gasförmiger Natur, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit als eine führende Gesundheitsgefährdung angesehen wird?
...die WHO für 2030 erwartet, dass jeder fünfte weltweite Todesfall durch respiratorische Erkrankungen verursacht wird?
...in Deutschland die Krankheitslast durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle der Risikofaktoren liegt und damit der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor ist?

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

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