Bestattungsarten

Im Trend: pflegeleicht und naturverbunden

Von Nadine Effert · 2019

Welche Form von Beerdigung ist gewünscht? Wie soll die Trauerfeier aussehen? Welche Art von Grab kommt infrage? All dies sind Fragen, die sich nicht die Hinterbliebenen stellen, sondern Verstorbene im Idealfall zu Lebzeiten schon beantwortet haben sollten. Auf der Wunschliste ganz oben stehen zunehmend alternative Bestattungsarten.

Asche und Rosenblätter an der Wasseroberfläche. (Thema: Bestattungsarten)
Die Seebestattung wird immer beliebter. Foto: iStock/JBrownInTheLight

In Russland mit einer Rakete ins All, in Miami an einem Korallenriff unter Wasser, beim Fußballverein Bristol City FC unter dem Spielfeld – es gibt in anderer Herren Länder skurril anmutende Wünsche und entsprechende Angebote, wo die Überreste des Menschen in Form von Asche ruhen können. Die Deutschen hingegen mögen es laut einer Umfrage des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur aus 2017 lieber klassisch: auf dem Friedhof, vorzugsweise in Form einer Feuerbestattung. Doch ist seit geraumer Zeit ein Trend zu beobachten hin zu Alternativen außerhalb der Friedhofsmauern: Laut Erhebungen möchte heutzutage bereits rund ein Drittel der Deutschen auf hoher See oder im Wald die letzte Ruhe finden. 

Bestattungsarten: Der Wald als Seelentröster

Umgeben sein von freier Natur, die Angehörigen nicht mit der Grabpflege belasten wollen – das sind die häufigsten Gründe für diesen Wunsch. Der Wald hat seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf Menschen, strahlt Ruhe und Beständigkeit aus. Zudem wird ihm eine wissenschaftlich erwiesene positive Wirkung auf das Immunsystem und die Stimmung nachgesagt. In Deutschland gibt es etwa 400 offizielle Bestattungsflächen, bei denen der Wald als stiller Ruheort und Seelentröster dient. Lediglich kleine silberne Namenstafeln an den Bäumen deuten (auf Wunsch) darauf hin, dass im Wurzelbereich die Asche in einer Urne aus biologisch abbaubarem Naturstoff – eine Erdbestattung ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich – beigesetzt worden ist. Keine Grabsteine, keine Blumengestecke, keine Kerzen, sondern Natur pur – und folglich keine Grabpflege. Zur Auswahl stehen Einzelbäume sowie Familien-, Freundschafts- oder Gemeinschaftsbäume mit in der Regel zwölf Einzelgräbern. Die Kosten variieren je nach Anbieter, Region und Beisetzungsstelle. Einen Basisplatz gibt es ab circa 500 Euro; ein Familienbaum schlägt mit mehreren tausend Euro zu Buche.

Wichtig: Bestattungsvorsorge treffen

Es ist ratsam, sich frühzeitig mit der Frage „Wie möchte ich bestattet werden?“ auseinanderzusetzen und den Wunsch schriftlich festzuhalten – laut Experten am besten in Form einer Bestattungsverfügung. Warum? Zum einen, da ein Tod plötzlich eintreten kann, zum anderen, weil man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein kann, die Entscheidung selbst zu treffen. Den Angehörigen wird dadurch eine schwere Entscheidung, in der ohnehin sehr belastenden Zeit der Trauer, abgenommen. Übrigens: Die Auswahl respektive der Kauf der Ruhestätte im Wald kann zu Lebzeiten erfolgen. Auch in jungen Jahren, eine vertraglich lange Laufzeit von bis zu 99 Jahren macht es möglich.

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