Osteoporose

Weniger Knochenbrüche durch Prophylaxe

Von Sarah Schroth · 2018

Unterschiedliche Speisen auf Tischplatte

Wenn die Knochendichte abnimmt und die Knochen brüchig werden, diagnostiziert der Mediziner eine Osteoporose. Trotz der Häufigkeit und der oft dramatischen Folgen bleibt die optimale Therapie der „stillen“ Krankheit oft auf der Strecke. Eine konsequentere und frühe Behandlung von Risikopatienten soll diese Versorgungslücke schließen.

Osteoporose? „Das betrifft doch nur meine Frau“, denken die meisten Männer. „Oder nur mich“, aus weiblicher Perspektive betrachtet. Nicht ganz: Denn obwohl 80 Prozent der etwa sechs Millionen Betroffenen in Deutschland Frauen in den Wechseljahren sind, kann der „Knochenschwund“ jeden treffen. Bei Frauen wird er ab 50 durch einen sinkenden Östrogenspiegel gepuscht. Ab etwa dem 70. Lebensjahr sind Mann und Frau gleichermaßen betroffen. Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass trotz anfänglicher Beschwerdefreiheit das Risiko für Knochenbrüche und damit einhergehenden Stürzen sowie irreversiblen Schäden und Einschränkungen des Bewegungsapparates massiv erhöht ist. Ein jedoch eindeutiges Warnsignal: Durch Abbauprozesse in den Wirbelkörpern schrumpfen Betroffene um mehrere Zentimeter. Die Entwicklung eines Rundrückens und Hohlkreuzes sind ebenfalls typische Merkmale und führen in Folge der Schonhaltung zu chronischen Rückenschmerzen.

(Be-)Handeln, bevor es zu spät ist

Auf den ersten Blick erscheint Prävention zwecklos, denn Alter, Geschlecht  oder genetischer Veranlagung sind wir bekanntlich ausgeliefert. Doch es gibt auch beeinflussbare Risikofaktoren: Zu den Knochenfressern gehören Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol, Untergewicht und ein Mangel an Kalzium und Vitamin D. „Es ist wichtig, die Patienten zu identifizieren, die ein deutlich erhöhtes Bruchrisiko haben, und sie dann vorsorglich medikamentös zu behandeln“, erklärte Professor Dr. med. Heide Siggelkow, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), im Vorfeld des 61. Kongresses für Endokrinologie Anfang März in Bonn. „Leider werden in Deutschland viel zu wenige Menschen mit Osteoporose – selbst nach mehrfachen Brüchen – medikamentös behandelt.“ Laut Experten werden Risiken und Konsequenzen der Osteoporose weltweit unterschätzt und die notwendige Diagnostik und Therapie beginne oft erst dann, wenn es eigentlich „zu spät“ ist. 

Neue Entwicklungen zugunsten Prävention

Neben den bereits vorhandenen Medikamenten, die entweder Knochenabbau hemmend oder Knochenaufbau fördernd sind, befinden sich zwei neue, vielversprechende Substanzen kurz vor der Zulassung: ein Hormon-Analogon, das noch besser gegen Knochenbrüche wirkt, und ein Antikörper gegen Sklerostin, ein natürliches Protein, das den Knochenaufbau hemmt. Durch den Wirkstoff fällt die Hemmung weg und der Knochenaufbau kann verstärkt erfolgen. Bleibt zu hoffen, dass mit der Einführung auch die Osteoporose selbst stärker in den Fokus rückt und das Bewusstsein für deren Risiken geschärft wird.

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