Rückenschonende Schuhe

Wie sich Schuhe auf unser Kreuz auswirken

Von Tobias Lemser · 2019

Rund drei Viertel der Deutschen tragen falsches Schuhwerk – mit teils erheblichen Folgen. Denn nicht nur die Füße selbst als Basis des gesamten Muskel-Skelett-Systems leiden darunter, auch entwickeln sich daraus häufig Rückenschmerzen. Doch wie hängt dies zusammen und worauf sollte man beim Schuhkauf achten?

Eine Frau wechselt von High Heels zu bequemen Sneakern.
Foto: iStock/AndreyPopov

Ob nach einem anstrengendem Bürotag, stundenlangem Autofahren oder einseitiger Gartenarbeit: Rückenschmerzen kennt so gut wie jeder. Rund 80 Prozent der Bevölkerung leiden einmal oder wiederholt im Leben daran. Was besonders erstaunt: Rückenleiden betreffen nicht nur Erwachsene. Wie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie in ihrer Kinderstudie KiGGS aus dem März hinweist, hatten mehr als drei Viertel der 11- bis 17-Jährigen zuletzt Beschwerden, fast die Hälfte davon klagte über Rückenschmerzen. Als häufigste Ursache vermuten Ärzte mangelnde Bewegung. Fehlt diese, werden die für die Haltung so wichtigen kindlichen Muskeln zu schwach ausgebildet, was zu Fehlstellungen der Wirbelsäule führen kann. Dies zeigt, wie wichtig regelmäßige Bewegung bereits in frühen Jahren ist und sich später fortsetzen sollte, damit keine chronischen Schäden entstehen.

Falsche Schuhe und die Folgen

Wichtig jedoch: Auch auf das „wie“ kommt es im Alltag an, wobei das Schuhwerk eine zentrale Rolle spielt. So deformieren etwa zu hohe Absätze die gesamte Körperhaltung, sodass sich das Gewicht auf die Fußballen verlagert. Um nicht zu fallen, muss die Wirbelsäule die Verlagerung ausbalancieren – es entsteht ein Hohlkreuz, das dauerhaft zu einer Fehlstellung und sogar zu einem Bandscheibenvorfall führen kann. Aber auch dauerhaft eingeengte Füße erhöhen die Gefahr für diverse Fußbeschwerden. Neben strahlenden Rücken- und Kopfschmerzen kann so auch die Gangart beeinträchtigt werden. Langwierige Fußerkrankungen wie Hallux Valgus, Senk- und Spreizfüße, Hammer- und Krallenzehen oder Fersensporn können entstehen. 

Grafik: Unterscheidung zwischen Spreiz-, Knick-, Hohl- und Plattfuß

Rückenschonende Schuhe sind passgenau

Doch was heißt dies nun für den Schuhkauf? Um dauerhaft das Kreuz zu entlasten, sollte man sich Zeit nehmen und neben der Passform auf Stabilität und Dämpfungsverhalten achten. Statt Sohlen aus Gummi oder hartem Kunststoff ist es ratsam, Schuhe mit einem Dämpfungssystem aus verschiedenen Materialien zu wählen. So werden beim Auftreten Rücken und Kniegelenke geschont. Ist es bereits zu Rückenschmerzen gekommen, gilt es, als eine Therapieoption den Fokus auch auf das Abrollverhalten zu richten. Mittels einer ergonomisch geformten und abgerundeten Sohle wird nicht nur die natürliche Abrollbewegung des Fußes unterstützt, sondern auch die Beinmuskulatur beim Gehen stimuliert. Ein ergonomisches Fußbett fördert zudem den aufrechten Gang und eine aktive Körperhaltung, was nicht nur – zusätzlich zu physiotherapeutischen Maßnahmen – den Bauch- und Rumpfmuskeln, sondern letztlich auch dem Rücken Halt gibt.

Quellen:
PraxisVITA
Yoga gegen Rückenschmerzen (Video-Tutorial)

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