Mentale Stärke

Vergesslich durch negatives Denken?

Von Sandra Sehringer · 2021

Obwohl die Forschung seit über 100 Jahren danach sucht, eine Heilung bei Alters-Demenz gibt es immer noch nicht. Aber wir wissen heute: Vorbeugen ist besser als auf Medikamente zu warten – mit einem aktiven Lebensstil, mit sozialen Kontakten und mentaler Stärke.

Zwei ältere Frauen, die sich umarmen.
Foto: iStock/ PIKSEL

Der Schlüssel ist weg, die Tür nicht abgeschlossen, der Geburtstag der Enkelin vergessen – dass man mit zunehmendem Alter öfter mal etwas vergisst, ist ganz normal. Bei einer Demenz jedoch lässt nicht nur das Gedächtnis nach, sondern auch andere Fähigkeiten. Der Grund: Die verschiedenen Gehirnleistungen wie Gedächtnis und Denkvermögen nehmen langfristig ab. Die häufigste Form ist die sogenannte Alzheimer-Demenz bei älteren Menschen, insbesondere ab dem 65. Lebensjahr. Dabei sterben nach und nach Gehirnzellen ab. Anfangs zeigt sich das mit Konzentrationsschwierigkeiten und dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses; im weiteren Verlauf verlieren Betroffene an Orientierung, wirken verwirrt oder auch aggressiv. Mit der Zeit geht auch das Langzeitgedächtnis verloren.

Alzheimer-Demenz lässt sich bisher nicht heilen, man kann die Entwicklung der Beschwerden nur hinauszögern. So gibt es verschiedene Arzneimittelwirkstoffe, die den Abbau geistiger Leistungsfähigkeit verlangsamen können. Aktuell forscht man an Substanzen gegen Ablagerungen im Gehirn (Plaques), die eventuell an der Zerstörung der Nervenzellen beteiligt sind. Neben der Behandlung mit Medikamenten gibt es stets verschiedene nicht-medikamentöse Therapien wie Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapien. Einen richtigen Durchbruch gab es bei der Alzheimer-Behandlung jedoch bisher nicht.

Mentale Stärke wichtig

Mediziner:innen aus der Demenzforschung betonen daher vor allem, wie wichtig die Vorbeugung ist. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen sind wichtige Risikofaktoren. Mit einem gesunden Lebensstil, also gesunder Ernährung, viel Bewegung und geistiger Fitness, könnten viele Menschen erfolgreich vorbeugen. Doch nicht nur die körperliche Aktivität wirkt sich positiv aus. Eine aktuelle Studie, erschienen im Fachmagazin „Alzheimer’s & Dementia“, bestätigt, dass auch die mentale Stärke ganz entscheidend ist. Wer wiederholt über einen langen Zeitraum negativ denkt, schränkt seine kognitiven Fähigkeiten ein, ist weniger resilient gegen Stress, Angst und Depression, und kann somit die Bildung der Plaques im Gehirn ankurbeln, was das Demenz-Risiko erhöht. 

Quellen:
Alzheimer Forschung Initative e.V.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
alzheimer association

Demenz: Fakten

Unter den Begriff „Demenz“ fallen viele Krankheitsbilder mit verschiedenen Ursachen.
Allen Formen ist gemeinsam, dass die geistigen Fähigkeiten nachlassen. 
In Deutschland gibt es über 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz. 
Jedes Jahr erkranken zwischen 120.000 und 160.000 Menschen neu.

Quellen: www.alzheimer-forschung.de, www.deutsche-alzheimer.de, Aufruf: 16.07.2021

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