Kreuzbandverletzungen

Und plötzlich macht es „plopp“

Von Tobias Lemser · 2021

Leroy Sané und Niklas Süle zählen zu den prominentesten Fußballern mit überstandener Kreuzbandverletzung. Doch nicht nur sie, rund 100.000 Menschen erwischt es hierzulande jährlich. Um mögliche irreparable Spätfolgen zu vermeiden, ist eine umfassende Therapie wichtig. Doch wie sieht diese aus?

Fußballer liegt auf dem Boden und hält sich sein verletztes Knie
Foto: iStock / shironosov

Es ist die Hiobsbotschaft für jeden Fußballer schlechthin: Kreuzbandriss. Zumeist ausgelöst durch plötzliches Abbremsen, Richtungswechsel aus vollem Lauf oder hartes seitliches Einsteigen des Gegners, zählt er zu den gefürchtetsten Knieverletzungen. Dies liegt vor allem daran, dass die Betroffenen erst viele Monate später wieder ins Training einsteigen können und oft lange brauchen, um zu ihrem alten Leistungsniveau zurückzufinden. 

Kreuzbandverletzungen: Verdacht bestätigt sich mittels MRT

Generell unterteilt man Kreuzbandverletzungen je nach Ausmaß der Schädigung in Zerrung, Teilruptur oder vollständige Ruptur. Aufgrund der stärkeren Belastung ist das vordere Kreuzband zehnmal häufiger als das hintere betroffen. Zumeist äußert sich ein Riss in Form von starken Schmerzen und einer Anschwellung des Kniegelenks, was ein weiteres Ausüben der Sportart unmöglich macht. Ein wichtiges Indiz für eine vollständige Ruptur ist der „Lachman-Test“. Während der Patient auf dem Rücken liegt, zieht der Arzt den Unterschenkel bei einer 30-Grad-Kniebeugung nach vorne. Abhängig davon, wie stark sich dieser verschieben lässt, zeigt, ob das Kreuzband verletzt ist oder nicht. Bestätigt wird die Verletzung mittels MRT.

Ersatzsehne per Operation

Welche Therapie dann die beste ist, wird häufig individuell entschieden. Profi-, aber auch die meisten Freizeitsportler, die schnellstmöglich auf ein wieder voll funktionsfähiges Knie angewiesen sind, entscheiden sich oft für eine OP. Häufigstes Verfahren ist der Einsatz einer Kreuzbandplastik ins Gelenk. Dazu wird ein Stück körpereigene Sehne zumeist von der Patellarsehne oder den Sehnen zweier Muskeln seitlich am Knie verwendet – alles mit dem Ziel, dem Kniegelenk wieder die optimale Stabilität zu geben. Wichtig jedoch: Die OP sollte, wie aktuelle Studien belegen, nicht unmittelbar nach der Verletzung erfolgen, da sich so das Risiko einer Gelenkvernarbung mit Bewegungseinschränkung erhöht. Experten plädieren dafür, den operativen Eingriff erst innerhalb des siebten bis zehnten Tages durchzuführen. Ebenso entscheidend: eine ausgiebige Reha. Insbesondere Balance-Boards sind im Laufe der Monate ein wirksames Mittel zur Stärkung der kniestabilisierenden Muskulatur, um das generell erhöhte Risiko eines erneuten Risses zu minimieren.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie: Vordere Kreuzbandruptur
IQWiG: Kreuzbandriss​
Techniker Krankenkasse: Kreuz­band­riss: Knie ohne Halt

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