Bronchialasthma

Vorsorge ist die beste Kontrolle

Von Tobias Lemser · 2020

Pfeifen beim Ausatmen, Husten sowie Beklemmung in der Brust und Atemnot: Symptome, die für eine Asthma-Erkrankung sprechen können. Neben leichten Beschwerden gibt es viele Patienten, die unter einer schweren Form leiden – mit massiven Einschränkungen im Alltag und Berufsleben.

Vogelperspektive: Eine Frau arbeitet am Laptop.
Bürotätigkeiten eignen sich gut für Asthmatiker. Foto: iStock / BartekSzewczyk

Mit deutschlandweit rund acht Millionen Menschen gehört Asthma bronchiale zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Etwa zehn bis 15 Prozent aller Kinder haben Asthma-Symptome. Im Erwachsenenalter sind nur etwa sechs Prozent betroffen. Grundsätzlich lässt sich diese chronische, entzündliche Atemwegserkrankung, die zumeist anfallartig auftritt, in eine allergische und nicht-allergische Form unterteilen. Bei allergischem Asthma reagiert der Körper auf Tierhaare, Schimmel, bestimmte Nahrungsmittel, Pollen oder Medikamente. Anders beim nicht-allergischen Asthma, das durch Atemwegsinfekte, körperliche Anstrengung, kalte Luft, genauso wie durch Abgase und Tabakrauch getriggert werden kann. 

Auswirkung auf das Arbeitsleben

Auch wenn viele der Betroffenen dank immer besserer Medikamente gut im Alltag mit der Erkrankung umgehen können, schwingt – gerade bei denjenigen, die eine schwere Form haben – immer eine gewisse Angst mit, einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall zu erleiden. Fast 1.000 Menschen versterben hierzulande jedes Jahr aufgrund ihrer Erkrankung. Was viele unterschätzen: Asthmatiker müssen zudem mit teils erheblichen Einschränkungen klarkommen. Laut einer im Jahr 2017 publizierten Untersuchung der Asthma and Allergie Foundation of America wirkt sich Asthma bei 93 Prozent der schwer Erkrankten auf ihre körperliche Gesundheit aus. Während sich 62 Prozent der Befragten in ihrem häuslichen Umfeld eingeschränkt fühlen, empfinden wiederum 57 Prozent, dass ihr Arbeitsleben beeinträchtigt ist. Und zwar so stark, dass immerhin 41 Prozent aufgrund ihrer Erkrankung an mehr als zehn Tagen im Jahr nicht zur Arbeit gehen konnten.  

Nur bestimmte Berufe sind geeignet

Gerade vor diesem Hintergrund kommt der Berufswahl eine besondere Bedeutung zu. Hierbei gilt es, Risiken frühzeitig zu durchdenken und abzuwägen. Vor allem der Umgang mit Stoffen, die die Atemwege zusätzlich belasten, wie etwa Staub oder Lösungsmittel, sollte ein Ausschlusskriterium sein. Auch gilt es, bei bereits eingeschränkter Lungenfunktion starke körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Berufe, die sich für Allergiker oder Personen mit Asthma anbieten, sind laut der Deutschen Atemwegsliga kaufmännische Berufe oder Arbeitsplätze in der Datenverarbeitung. Aber auch Berufe im sozialen Bereich oder im Handwerk an emissionsarmen Arbeitsplätzen wie Feinmechaniker oder Optiker sind zum Wohle der Lungengesundheit optimal geeignet. 

Asthma und COVID-19

Als wäre die Erkrankung nicht schon belastend genug, stellt sie Leidgeplagte gerade jetzt in Zeiten von COVID-19 vor weitere Herausforderungen. Zum einen können sie keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, zum anderen ist Stigmatisierung ein großes Thema. Denn wer in der Öffentlichkeit einen schweren Hustenanfall erleidet, wird mitunter nicht nur vorwurfsvoll angestarrt, sondern auch noch ausgegrenzt. Nicht unerheblich im Zusammenhang mit COVID-19 ebenso die Frage, ob Asthmatiker einer erhöhten Gefahr durch eine Ansteckung mit Coronaviren ausgesetzt sind? Befürchteten Experten zu Beginn der Pandemie, dass Betroffene schneller und schwerer an COVID-19 erkranken, konnten erste Statistiken diese Annahme nicht bestätigten. Bedeutet: Eine medikamentös gut eingestellte Asthmaerkrankung wird nicht als Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe angesehen – was eine im August veröffentlichte prospektive Kohortenstudie der französischen Klinik Bicêtre in Paris bestätigte. Weitere bereits begonnene Studien sollen nun zeigen, ob die Behandlung von Asthma bei COVID-19 vielleicht sogar positive Effekte haben könnte. Zum Schutz vor dem neuartigen Virus, aber auch ganz generell zur Prävention sollte es für Asthmatiker oberste Priorität haben, unzureichend kontrolliertes Asthma mit den passenden Medikamenten adäquat zu therapieren, Sport zu treiben und spezifische Auslöser zu vermeiden – auch um gut gerüstet für den Berufsalltag zu sein.

Weitere Quellen:
www.lungenaerzte-im-netz.de
www.allergieinformationsdienst.de

Asthma und Sport

• Sport ist für jeden Asthmatiker wichtig. 

• Ärzte raten jedoch, sich vor dem Start medizinisch untersuchen zu lassen.

• Ausdauersportarten wie Gymnastik, Radfahren, Walking, Wandern und Schwimmen wirken sich positiv aus.

• Vor dem Training sind Aufwärmübungen das A und O.

• Es gibt Lungensportgruppen mit besonders geschulten Übungsleitern. 

• Weitere Informationen und Adressen von Lungensportgruppen bietet die Homepage www.lungensport.org.

Quelle: www.lungensport.org, Zugriff: November 2020

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