Gesundes Schuhwerk

Wenn der Schuh drückt

Von Tobias Lemser · 2018

Jogger auf Landstraße

Unzureichende Dämpfung, falsche Passform, fehlende Fersenführung: Beim Kauf neuer Schuhe kann man viel falsch machen. Die Folge: Muskelverspannungen, die sich letztlich auch auf die Wirbelsäule auswirken können. „Standard-Schuhe“ können Gift für das gesamte Skelett sein. Doch welche Basic-Kriterien sind beim Kauf rückenfreundlicher Schuhe relevant?

Wir achten im Büro immer häufiger auf höhenverstellbare Schreibtische, gönnen uns ergonomische Hightech-Matratzen und machen im Idealfall regelmäßig Sport – alles, um unser Kreuz zu entlasten und gleichzeitig der Wirbelsäule Halt zu geben. Doch mal ehrlich: Wer denkt schon wirklich an den Zusammenhang zwischen Schuhen und Rückengesundheit? Für die meisten Menschen sind Sneaker, Sandalen und Co. ein Ausdruck für einen bestimmten Lifestyle, der Coolness oder Sportlichkeit ausstrahlen soll. Das Resultat: Laut Studien des Vereins „Aktion Gesunder Rücken“ tragen drei Viertel der Deutschen falsche Schuhe, was den Experten zufolge im Laufe der Jahre erheblich den Rücken belasten kann.

Gesundes Schuhwerk: Folgen für den Rücken 

Doch wie hängen Schuhe und Rücken überhaupt zusammen? Beispiel High Heels: Deren hohen Absätze wirken sich negativ auf die Standfestigkeit und Körperhaltung aus, indem das Gewicht sich auf den vorderen Fuß verlagert. Es kommt zu einer veränderten Beckenstellung, mit der Folge einer falsch belasteten Wirbelsäule. Zudem werden Sehnen, Gelenke und Muskeln übermäßig beansprucht. Die Folge: Verspannungen im gesamten Körper und eben auch im Rücken. Was wenige wissen: Selbst wenn Schuhe keine schwindelerregend hohen Absätze haben, sondern „lediglich“ zu groß oder zu klein sind, entsteht bereits eine Fehlhaltung, die sich auch auf die Wirbelsäule auswirken kann. Besonders verheerend sind nicht optimal passende Schuhe für Kinder und deren Laufentwicklung: Muskel- und Sehnenschmerzen, sogar veränderte Zehenstellungen und Wirbelsäulenprobleme können drohen. Eltern sind gefordert, die Grundlage für gesunde Füße und letztlich einen starken Rücken im Erwachsenenalter zu legen.

Gesunde Shopping-Tipps

Was heißt dies nun für den Schuhkauf? Sich Zeit nehmen und neben der Passform auf so wichtige, jedoch häufig vernachlässigte Kriterien wie Stabilität oder Dämpfungsverhalten achten. Häufig besteht die Sohle aus Gummi oder hartem Kunststoff. Besser ist stattdessen Schuhwerk mit einem Dämpfungssystem aus verschiedenen Materialien, das beim Auftreten sowohl Rücken als auch Kniegelenke schont. Ebenso wichtig: das Abrollverhalten. Mittels einer ergonomisch geformten und abgerundeten Sohle wird nicht nur die natürliche Abrollbewegung des Fußes unterstützt, sondern auch die Beinmuskulatur beim Gehen stimuliert. Haben die neuen Schuhe zudem ein ergonomisches Fußbett, wird ein aufrechter Gang und eine aktive Körperhaltung gefördert, was zusätzlich sowohl Bauch- als auch Rumpfmuskeln stärkt – der Rücken dankt’s.

Wussten Sie schon, dass ...

  • die Muskeln im Fuß besonders trainiert werden, wenn Sie regelmäßig auf verschiedenen Untergründen, wie zum Beispiel Gras oder Sand, laufen? Dadurch wird auch die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur positiv beeinflusst.

  • die meisten Venenleiden aufgrund einer Knickung des Fußes nach innen entstehen? Durch die geringe Muskelaktivität im Fuß bleibt auch die Beinmuskulatur größtenteils unbeansprucht, wodurch es zu venösen Stauungen kommt. Die Folge: Krampfadern. 

  • auch Ihre Schuhe mal eine Pause brauchen? Gönnen Sie ihnen nach jedem Nutzungstag einen Tag Ruhe – das verlängert die Lebensdauer und fördert die Schuhhygiene.

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