Technologie im Alter

Digitale Helfer für Senioren

Von Katharina Lehmann · 2020

Künstliche Intelligenz und digitale Systeme erleichtern den Alltag von Senioren – sowohl zu Hause als auch in der Pflegeeinrichtung. Richtig eingesetzt, unterstützen sie das Pflegepersonal. In den eigenen vier Wänden ermöglichen sie Nutzern ein eigenständiges Leben in gewohnter Umgebung.

Ein Roboter reicht einer älteren Frau Handtücher
Foto: iStock/miriam-doerr

Roboter, die im Pflegeheim durch die Gänge sausen und den Bewohnern die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit übergeben, mit Sensoren ausgestattete Funktionskleidung, die permanent die Vitalparameter des Trägers im Blick hat, oder smarte Wohnungen, die im Falle eines Unfalls einen Notruf absetzen – immer öfter nehmen Entwickler digitaler Assistenzsysteme die Älteren ins Visier. Dabei wird auch Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Das Ziel sind Anwendungen, die Senioren eine längere Eigenständigkeit ermöglichen, Pflegekräfte entlasten und Krankheiten oder Notfälle frühzeitig erkennen sollen. 

Technologie im Alter, um den Alltag autonom zu gestalten

Besonders im Blick der Entwickler sind dabei ältere alleinlebende Menschen, die so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben und ihren Alltag autonom gestalten möchten. Denn der demografische Wandel und die in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend geforderte Flexibilität im Beruf haben dazu geführt, dass Familien heute nicht mehr in generationenübergreifenden Verbünden zusammenleben. Stattdessen ziehen erwachsene Kinder in die Großstadt, vielleicht gar ins Ausland, die Eltern bleiben in der Heimat zurück. Stirbt dann ein Partner, wird die Sorge um den verbliebenen Elternteil größer. Hier sollen auf Künstlicher Intelligenz basierende Algorithmen ansetzen. Künftig erkennen sie die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen in ihren Wohnungen und unterstützen gezielt. Sie erinnern zum Beispiel daran, die Tabletten einzunehmen, regelmäßig zu trinken oder sich jeden Tag zu bewegen. Und im Notfall sind moderne Systeme in der Lage, einen Notruf abzusetzen. So schaffen sie neue Möglichkeiten der Selbstbestimmung, der Selbsthilfe und der Selbstständigkeit. Sie unterstützen im Alltag, indem sie helfen kognitive und körperliche Einschränkungen auszugleichen.

Pflegekräfte entlasten

Auch im Pflegeheim können intelligente moderne Technologien helfen, die Bewohner zu versorgen und zu unterhalten. Schon heute gibt es zu wenig Pflegepersonal. In den kommenden Jahren wird sich aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft das Missverhältnis zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften weiter vergrößern. Hier können digitale Systeme einspringen. 

Dabei geht es nicht darum, menschliche Pflegekräfte zu ersetzen. „Pflegeroboter unterstützen und entlasten zunächst einmal Pflegekräfte“, erklärt Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Bendel analysiert seit vielen Jahren die Beziehungen zwischen Mensch und Maschine und weiß: „Man arbeitet in der Regel im Tandem zusammen. Von daher fällt der menschliche Kontakt nicht weg.“ An Akzeptanz unter den Bewohnern mangelt es einer Studie der Universität Basel zufolge nicht. Demnach nehmen Menschen, die besonders auf Hilfestellung angewiesen sind, Roboter überwiegend positiv wahr, da sie von deren Unterstützung profitieren. „Manche Patienten möchten sogar in bestimmten Angelegenheiten lieber einen Roboter bei sich haben als einen Menschen, etwa bei Waschungen im Intimbereich“, weiß Bendel.

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