Gleichgewichtsstörungen

Höheres Demenz-Risiko durch Schwindel?

Von Tobias Lemser · 2019

Schwindel ist ein Symptom, von dem fast jeder Dritte über 60 betroffen ist. Wichtig ist, bei länger anhaltenden Beschwerden therapeutisch, aber auch präventiv entgegenzuwirken – nicht nur um Stürzen vorzubeugen, sondern auch, um andere schwerwiegende Erkrankungen im Blick zu haben, wie eine Studie zeigt.

Ältere Frau, die sich an den Kopf fässt wegen Schwindelgefühl.
Betroffene haben oft ein schummriges Gefühl im Kopf. Foto: Stock / fizkes

Die einen haben das Gefühl, dass sich alles ringsherum dreht, anderen ist bange, zur Seite wegzukippen. Schwindel empfinden viele als unangenehm, da der Eindruck entsteht, den eigenen Körper nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Mehr als jeder zehnte Patient in den Hausarztpraxen sucht deshalb ärztlichen Rat. 

Doch wie kommt es überhaupt dazu? Diese Störung des Gleichgewichtssinns entsteht, wenn verschiedene Organsysteme, wie Ohren, Augen und selbst Nerven an den Füßen, eine Störung melden, die das Gehirn nicht mehr zusammensetzen kann. Die exakte Ursache herauszufinden, ist jedoch sehr komplex. Darum ist es wichtig, dem Arzt möglichst genau zu beschreiben, wie sich der Schwindel äußert, ob er etwa sporadisch oder dauerhaft oder nur in Verbindung mit anderen Symptomen auftritt. Was häufig in Vergessenheit gerät: Viele Bluthochdruckmedikamente, aber auch Antidepressiva und Schlafmittel können Auslöser sein.

Gleichgewichtsstörungen: Studie zu Schwindel und Demenz

Auch wenn Schwindel in der Regel als harmlos gilt und schnell wieder vergeht, haben sich Forscher der John Hopkins University in Baltimore genauer mit dem Aufstehschwindel beschäftigt. Die Autoren der im Sommer 2018 veröffentlichten ARIC-Studie haben eine enge Verbindung zwischen dem häufigen abrupten Blutdruckabfall beim Aufstehen in der Lebensmitte und der wachsenden Gefahr für Demenz oder einen Schlaganfall festgestellt. Unter knapp 11.700 Teilnehmern zeigte sich, dass bei jenen mit abrupten Blutdruckabfall das Demenzrisiko um 54 Prozent höher war als bei den gesunden Studienteilnehmern. Einen Schlaganfall erlitten im Vergleich zur Kontrollgruppe mehr als doppelt so viele Probanden. Heisst: Hochrisikopatienten für die Erkrankungen künftig frühzeitiger identifizieren und somit langfristig präventiv betreuen zu können. 

Schwindelambulanz gibt Aufschluss

Die gute Nachricht für allen Leidgeplagten: Leichte Schwindelattacken lassen sich medikamentös mit homöopathischen Präparaten zumeist gut in den Griff bekommen. Sind die Beschwerden hartnäckiger, kann das Aufsuchen eine der inzwischen zahlreichen deutschlandweit angesiedelten Schwindelambulanzen hilfreich sein. Das Besondere dieser Einrichtungen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von HNO-Ärzten und Neurologen, um den Symptomen mittels spezieller Methoden, wie der Drehstuhluntersuchung, erfolgreich auf den Grund zu gehen. Immerhin steht heute eine Vielzahl von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zur Verfügung, um die lästigen Symptome zu lindern und wieder festen Stand unter den Füßen zu bekommen.

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