Folgeerkrankung Lungenemphysem

Zu wenig Sauerstoff im Blut

Von Tobias Lemser · 2020

Als Folgeerkrankung der COPD macht sich ein Lungenemphysem – rund eine Million Menschen sind bundesweit davon betroffen – oft erst spät bemerkbar. Zumeist ist dann die Lunge bereits geschädigt. Welche Risikofaktoren es gibt und wie sich der Erkrankungsprozess verlangsamen lässt.

Detailansicht Lungenbläschen
In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt. Foto: iStock / alex-mit

Am Meer stehen und die frische, feuchte Meeresluft tief einatmen: Für viele Strandspaziergänger gibt es kaum etwas Wohltuenderes. Klar ist atmen noch viel mehr: ohne Sauerstoff kein Leben. Bis zu 20.000 Liter Luft strömt Tag für Tag durch unsere Lunge, in der sie über die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen gesogen wird.

Ursache der Folgeerkrankung Lungenemphysem: Unsaubere Luft 

Problem nur, wenn dieser Ort des Gasaustauschs geschädigt und beim Ausatmen verbrauchte Luft eingeschlossen ist, sodass es keinen Platz mehr für frische, sauerstoffreiche Luft gibt: Experten sprechen dann von einem Lungenemphysem. Die Folge ist eine Reduktion der Lungenfunktion, der physischen Aktivität und letztlich der Lebensqualität. Betroffen sind vor allem Raucher, aber auch Staub am Arbeitsplatz, wie Mineral- oder Baumwollstaub, genauso wie die Inhalation von Chemikalien und Kohle können die Lungenbläschen schädigen und somit zu einem Lungenemphysem führen. Als weiterer Auslöser gilt ein Mangel eines bestimmten Proteins, dem sogenannten α1-Antitrypsin. Fehlt dieses Enzym, haben proteinabbauende Enzyme freie Bahn, wodurch die Lungenbläschen angegriffen und zerstört werden können.

Ein Bündel an Therapieoptionen

Doch was können Emphysem-Patienten tun, um typische Begleiterscheinungen wie Atemnot sowie chronischen, schleimartigen Husten und eine erhöhte Infektanfälligkeit in den Griff zu bekommen? Wichtig zu wissen: Auch wenn einmal zerstörtes Lungengewebe nicht wiederhergestellt werden kann und die unheilbare Erkrankung unbehandelt zum Lungenversagen führt, gibt es heute sehr gute Optionen, ihr Fortschreiten zu verlangsamen und die Symptome zu lindern. Neben dem Verzicht aufs Rauchen, dem wichtigsten Aspekt, können Atemübungen und die Gabe von Sauerstoff helfen. Zusätzlich zu Medikamenten, welche unter anderem die Bronchien erweitern, eignen sich Verfahren, wie die Bronchoskopische, thermische Dampfablation. Anders in schweren Fällen: Hier werden besonders stark überblähte Bereiche der Lunge mittels Volumenreduktionstherapie verkleinert. Dies kann chirurgisch erfolgen, indem Teile der erkrankten Lunge entfernt werden – was bei erfolgreichem Eingriff für den Patienten mit mehr Luft und weniger Atemnot verbunden ist.

Quelle:
Deutsche Lungenstiftung "Was ist ein Lungenemphysem?"
Lungeninformationsdienst "Lungenemphysem-Symptome"

Lungenemphysem bei COPD

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