Schwindel

Wenn der Körper die Kontrolle verliert

Von Tobias Lemser · 2018

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sind weit verbreitet. Bleiben die Beschwerden längere Zeit unbehandelt, können sich die Symptome verstärken und schwerwiegende Konsequenzen, wie etwa gefährliche Stürze, nach sich ziehen. Wie man die Probleme in den Griff bekommt und was zu einer umfassenden Sturzprophylaxe dazugehört.

Brummkreisel auf Holzboden
Rund zehn Prozent der Deutschen leiden unter Schwindel.

Beinahe jeder hat schon einmal Schwindelattacken erlebt: Bei den einen schwankt der Boden, bei anderen dreht sich auf einmal alles, so als säße man im Karussell. Schwindel ist besonders unangenehm, da man das Gefühl hat, den eigenen Körper nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Zwar kann es jeden treffen – rund zehn Prozent der Deutschen leiden immer wieder darunter –, allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit mit dem Alter an. Während bei den über 60-Jährigen fast jeder Dritte betroffen ist, liegt die Zahl der Menschen über 80 sogar bei mehr als 40 Prozent, was insbesondere an einer Reihe von degenerativen Veränderungen wie etwa einer schlechteren Durchblutung im Innenohr liegt. Kommt es beispielsweise beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder Stehen häufig zu dem schwummerigen Gefühl, kann auch ein plötzlicher Blutdruckabfall dahinterstecken. Man weiß inzwischen, dass diese Form des niedrigen Blutdrucks mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen einhergeht. 

Schwindel: Erhöhtes Demenzrisiko

Doch gibt es auch eine Verbindung zu Problemen im Gehirn – vor allem Demenz? In einer im Juli veröffentlichten Studie der Johns Hopkins University in Baltimore unter knapp 12.000 Probanden wurde deutlich, dass tatsächlich Betroffene mit Aufstehschwindel häufiger daran erkrankten. So war das Demenzrisiko bei ihnen im Vergleich zu gesunden Personen um 54 Prozent erhöht. Wie es dazu kommt, ist den Forschern noch unklar, sodass weitere Studien folgen werden.

Sturzprophylaxe kann Leben retten

In den meisten Fällen ist Schwindel eher harmlos und vergeht nach kurzer Zeit wieder. Bei leichten Beschwerden können bereits homöopathische Mittel unterstützend wirken. Gerade deshalb und wegen der erhöhten Sturzgefahr, die bei Hochbetagten sogar lebensgefährlich sein kann, ist es wichtig, beim Hausarzt eine Reihe von möglichen Ursachen abklären zu lassen. Es gibt viele verschreibungspflichtige Arzneimittel, die in der Lage sind, sämtliche Symptome zuverlässig zu lindern – oftmals die Grundvoraussetzung, um begleitend dazu überhaupt mit einer Therapie zur Sturzprophylaxe beginnen zu können. Hierzu zählen ein Gleichgewichts- und Balancetraining sowie ein Kraft- und Koordinationstraining. Bereits kleine Fitnessübungen und ein aktiver Alltag leisten ihren Beitrag zur Sturzprophylaxe, denn sie wirken dem Muskelabbau entgegen, fördern die Durchblutung und halten somit den Gleichgewichtssinn auf Trab. Nicht zuletzt sollten Leidgeplagte die eigenen vier Wände unter anderem mit Halte­griffen und Handläufen sturzsicher machen, um im Fall der Fälle gewappnet zu sein.

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