Orthopädische Hilfsmittel

Mobilität durch Hightech-Produkte

Von Frank Wagner · 2017

Schon vor vielen Jahrhunderten nutzten die Menschen Prothesen. Nach Unfällen oder bei schwerer Erkrankung werden sie oft zum unverzichtbaren Hilfsmittel. Gleiches gilt für Orthesen, die bei Verletzungen und Arthrose zum Einsatz kommen. Innovative Produkte sorgen kontinuierlich für mehr Lebensqualität.

So könnte eine Armprothese zukünftig aussehen.

Laut Schätzungen der Stiftung MyHandicap sind in Deutschland jährlich bis zu 70.000 Menschen nach einer Amputation plötzlich auf eine Prothese angewiesen. Ein Hilfsmittel, das bereits den alten Ägyptern bekannt war. Manche spätere Ausführungen galten als mechanische Wunderwerke: etwa die „Eiserne Hand“ des Mittelalters, die einzeln bewegliche Finger hatte. Man musste sie allerdings mit der verbliebenen Hand einstellen. Heute können Träger ihre Handprothesen aktiv über Sensoren steuern, auch wenn sich dies aufgrund der Komplexität des Körperteils noch auf das Öffnen und Schließen der Ersatzhand beschränkt. 

Ausgeklügelte Konstruktionen für mehr Lebensqualität

Sind vorhandene Körperteile in ihrer Funktionalität eingeschränkt, können moderne Orthesen eingesetzt werden. Diese individuell angepassten orthopädische Hilfsmittel werden nach Verletzungen oder bei Verschleißerkrankungen verordnet. Sie können an praktisch allen Gliedmaßen mit sehr guten Erfolgsaussichten eingesetzt werden, um Bänder oder Gelenke zu unterstützen und zu mobilisieren. Stabile Konstruktionen und eine ausgeklügelte Mechanik aus Gelenken, Gurten, Zugsystemen, Polstern und Schienen machen das möglich. Moderne Orthesen bestehen aus leichten Hightech-Kunststoffen und  atmungsaktiven, hautfreundlichen Materialien.

Bei den Prothesen sind Fortschritte insbesondere im Bereich der unteren Extremitäten auffällig: Man denke nur an Teilnehmer der Paralympics wie Oscar Pistorius, der dank superleichter Karbonfedern zum „Fastest man on no legs“ wurde. Manche Funktionen werden heute von Mikroprozessoren unterstützt, zudem kommen teure Metalllegierungen und Spezialkunststoffe zum Einsatz – etwa für eine natürlicher wirkende und dennoch robuste künstliche Haut. Den Trägern moderner Prothesen und Orthesen sieht man beim Gehen oft kaum an, was sie da unter der Kleidung wirksam unterstützt. Mehr Beweglichkeit, Komfort und eine erhöhte Lebensqualität ist bei allen Produkten das Ziel der modernen Orthopädietechnik.

Prothesen der Zukunft: vielversprechende Perspektiven

Bereits heute ist es möglich, verbliebene Nervenenden eines Armstumpfs so mit einer Handprothese zu verbinden, dass der Träger seine Prothese fühlt, also tatsächlich unterschiedliche Nervenreize spüren und zuordnen kann. Realisierbar wird dies durch modernste nervenchirurgische Techniken und winzige Elektroden-Manschetten. Und auf der CeBIT 2017 konnte man digital-gesteuerte Exoskelette bestaunen, durch die Gehbehinderte wieder laufen konnten.

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