Atemwegserkrankungen

Für mehr „atmungsaktive“ Awareness

Von Nadine Effert · 2020

Die Lunge hält uns mit jedem unserer Atemzüge am Leben. Ausgerechnet dieses Organ ist so einigen Strapazen ausgesetzt – für manche sind wir selbst verantwortlich und riskieren somit ernsthafte Atemwegserkrankungen. Bei Beschwerden ist es wichtig, sofort zu reagieren.

Eine Frau atmet tief ein und hält eine Tasse vor sich.
Foto: iStock / AntonioGuillem

Sie ist ein paarig angelegtes Organ, das der Atmung dient und ohne die kein Leben möglich ist: die Lunge. Unermüdlich, rund um die Uhr, arbeitet sie mit Unterstützung eines komplexen Zusammenspiels mehrerer Muskelgruppen und leistet dabei Beindruckendes: nämlich den permanenten Gasaustausch. Durch die Atmung nimmt der Körper Luft auf, um das Blut des Lungenkreislaufes und damit die Zellen unseres Körpers mit Sauerstoff zu versorgen, und transportiert Kohlendioxid aus dem Blut durch das Ausatmen an die Umwelt wieder ab. Etwa zwölf bis 15 Atemzüge macht ein erwachsener Mensch in Ruhe pro Minute – und das in der Regel ganz automatisch, ohne darüber groß nachzudenken. Dabei gelangen jeden Tag 10.000 bis 20.000 Liter Luft über die Luftröhre in die Bronchien der Lunge bis hin zu den Lungenbläschen (Alveolen), wo der Gasaustausch stattfindet. 

Empfindliches Selbstreinigungssystem

Alles, was sich in der Luft befindet, findet über die Atmung den Weg ins Körperinnere und das bedeutet nicht immer Gutes: Fremdkörper wie Feinstaub oder Pollen, aber auch Gase, Bakterien und Viren gehören nicht zu den Freunden der Lunge. Gegen Fremdlinge gibt es zwar ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, die sogenannten Becherzellen, deren Gehilfen in Form von beweglichen Flimmerhärchen den verschmutzten Schleim Richtung Luftröhre abtransportieren, oder auch Zellen der Immunabwehr, die Eindringlinge in Form von Krankheitserregern bekämpfen, doch nicht immer funktioniert das Selbstreinigungssystem einwandfrei. Bei dauerhafter, übermäßiger Schleimproduktion und dem damit verbundenen Husten liegt der Verdacht nahe, dass mit dem Atemorgan etwas nicht stimmt. 

Atemwegserkrankungen: Risikofaktor Rauchen 

Der allergrößte Feind der Lunge und dessen Selbstreinigungsmechanismus ist allerdings das Rauchen. Im Tabakrauch befinden sich zahlreiche Substanzen, die unter anderem Entzündungsreaktionen verursachen, Lungenbläschen zerstören und das Immunsystem schwächen. Die Folge: ein erhöhtes Risiko für Bronchitis, Lungenentzündung, Tuberkulose, COPD und Lungenkrebs. Über 80 Prozent der Lungenkrebsfälle gehen auf das Konto von Zigaretten. Das COPD-Risiko von Rauchern ist im Vergleich zu Nichtrauchern um gut 700 Prozent höher. Diese beeindruckende Zahl haben Wissenschaftler des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz vor Kurzem im European Heart Journal veröffentlicht. Bei Wasserpfeifen ist es um 218 Prozent erhöht, bei E-Zigaretten um 194 Prozent. 

Fettzellen in der Lunge 

Aber nicht nur Rauchen und Umweltschadstoffe schaden der Lunge. Wie eine andere Studie jüngst herausgefunden hat, spielt auch starkes Übergewicht eine Rolle. Was seltsam klingt, überraschte selbst die Forscher der University of Western Australia in Crawley, als sie Lungengewebe von verstorbenen Menschen untersuchten, die an Asthma gestorben waren beziehungsweise zumindest daran litten. Es zeigte sich ein direkter Zusammenhang mit der Höhe des Body-Mass-Index (BMI) der Personen und dem Fettgehalt des Lungengewebes. Mehr noch: „Die Fettzellen brauchen Platz und erhöhen das Entzündungspotenzial in den Lungen“, erklärt Co-Autor Peter Noble. „Die Verdickung des Gewebes behindert den Luftstrom in die Lunge und aus ihr heraus, was zumindest teilweise die verstärkten Asthmasymptome bei Adipösen erklären könnte.“ Offen blieb die Frage, ob eine Gewichtsreduktion gleichzeitig zu einer Abnahme an Fettzellen in der Lunge führt. 

Achtsam sein

Das Vermeiden von beeinflussbaren Risikofaktoren ist das A und O bei der Prävention von Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Bei Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Husten oder Auswurf sollte auf jeden Fall ein Arzt oder Lungenspezialist aufgesucht werden, um der genauen Ursache für die Beschwerden auf den Grund zu gehen. Denn Lungenleiden entwickeln sich schleichend und es gilt: Je früher die Diagnose erfolgt, desto größer ist die Chance, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

Weitere Quellen:
Lungeninformationsdienst
Atemwegsliga

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