Burn-Out-Syndrom

Gefangen im Hamsterrad

Von Mark Krüger · 2016

Übersteigerte Ansprüche an die Karriere, Versagensängste und die Doppelbelastung durch Job und Familie: Immer mehr Menschen brechen unter diesem immensen Ballast zusammen. Diagnose: Burn-out. Über 40 Prozent der Berufstätigen in Deutschland leiden unter psychischer Belastung in Form von Stress, der sich bis in die Seele fressen kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beruflichen Stress zu „einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Arbeiten am Limit, permanenter Termindruck sowie ständige Erreichbarkeit treiben Berufstätige schnell an ihre Belastungsgrenze. Hinzu kommen Verpflichtungen im Privatleben. Ruhephasen haben Seltenheitswert. Die Folge: An der nächsten Ecke lauert sie schon, die Erschöpfungsfalle. Laut repräsentativen Studien knicken rund sieben Prozent aller Erwerbstätigen früher oder später im Job ein – eine weitaus größere Anzahl ist gefährdet. Vor allem Menschen mit hohem Sozialstatus und bestimmte Berufsgruppen wie Manager, Ärzte oder Lehrer sind häufiger betroffen. Auch wenn das Burn-out-Syndrom primär als ein Problem der Arbeitswelt gesehen wird, ist der Begriff längst nicht mehr für Erwachsene reserviert. Immer mehr Schülern macht der Leistungsdruck ebenfalls zu schaffen. Auch sie können in den Teufelskreis aus Überarbeitung und Überforderung geraten. 

Wann wird’s brenzlig?

Ob jung oder alt, alle Kandidaten für das Volksleiden haben eines gemeinsam: Ihre „Karriere“ beginnt mit einer großen Portion Idealismus in Form von Enthusiasmus, Engagement und teils unrealistischen Erwartungen. Die Formulierung „Wer nicht gebrannt hat, kann auch nicht ausbrennen“ bringt es auf den Punkt. Wer rechtzeitig aus der Spirale, an deren Ende der Burn-out lauert, aussteigen will, muss ein wachsames Auge auf seine körperlichen und seelischen Reserven haben. Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und somatische Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sind ernst zu nehmende Warnsignale. Jetzt heißt es rechtzeitig die Reißleine ziehen: Kürzer treten, der Mut zum „Nein“, Lebensumstände anpassen oder sich bewusst Auszeiten gönnen, sind Maßnahmen, um dem seelischen Leiden vorzubeugen. 

Langzeit-Therapie nötig

Doch wie die steigende Zahl an Betroffenen belegt, ignorieren viele die Warnschüsse von Körper und Seele oder schaffen es nicht, aus eigener Kraft den Teufelskreis zu durchbrechen. Völlige Erschöpfung und innere Leere sind das Ergebnis – nicht selten verbirgt sich dahinter eine handfeste Depression. Für das Burn-out-Syndrom gibt es weder eine Standarddiagnose noch ein einheitliche Therapie. Maßnahmen wie Psycho- oder Verhaltenstherapie müssen individuell auf den Patienten ausgerichtet sein. Fakt ist: Eine Burn-out-Therapie ist nicht nur eine vorübergehende Intervention, sondern eine Langzeitanstrengung – auch weil das Risiko für einen Rückfall nicht zu unterschätzen ist.

Quelle: BKK Dachverband, 2014
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