Chronische Schmerzen

Ein Lehrmeister, den wir alle kennen

Von Nadine Effert · 2016

Beine einer Person liegen auf einem Gymnastikball. Therapiemaßnahme bei chronischen Schmerzen.

Schmerz ist unverzichtbar, trotz allen Leids, das er bewirken kann. Er gehört zum Leben dazu wie Hunger oder Durst. Meist lässt sich die unangenehme Sinneswahrnehmung schnell wieder verscheuchen. Doch Schmerzen können auch hartnäckig sein und sich zu einer eigenständigen Krankheit entwickeln. Dann beginnt die mühsame Suche nach der Ursache – und Spezialisten.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Wir nehmen ihn als Sinneserlebnis als stechend, brennend oder ziehend war. Manchmal äußert er sich schwach, manchmal stark. Auf der Gefühlsebene beschreiben wir die Pein als erschöpfend, zermürbend oder quälend. Der Schmerz hat viele Gesichter und ihm liegen unzählige mögliche Ursachen zugrunde. In der Regel kommen wir diesen ganz einfach selbst auf die Schliche. Zum Beispiel, wenn wir uns beim Kauen auf die Zunge beißen, den Kopf beim Einsteigen ins Auto stoßen oder die Bekanntschaft mit den Dornen einer Rose machen. Was uns dann durchfährt, ist ein akuter, plötzlich auftretender Schmerz. Er macht uns als überlebenswichtiges Alarmsignal auf eine Gesundheitsgefährdung oder –störung aufmerksam. Ist die auslösende Ursache verheilt oder behoben, verschwindet der Schmerz in der Regel wieder. 

Chronische Schmerzen: Der unsichtbare Lebensbegleiter

Als länger andauernde Schmerzzustände beeinträchtigen Schmerzen das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Betroffenen oder sie entwickeln sich gar zu eigenständigen Krankheitsbildern oder Schmerzsyndromen. Die Rede ist von chronischen Schmerzen, mit denen laut der Deutschen Schmerzgesellschaft (DGS) über zwölf Millionen Menschen in Deutschland konfrontiert sind. Im Durchschnitt dauert die Leidensgeschichte eines Schmerzpatienten sieben Jahre. Laut Bundesärztekammer fechtet ein Fünftel der Betroffenen sogar 20 Jahre und länger einen Kampf gegen die Beschwerden aus. Nicht selten führen chronische Schmerzen zu Depressionen, Arbeitsverlust und sozialem Rückzug. Betroffene leiden nicht nur unter der Pein und ihren psychischen und sozialen Folgen, sondern oftmals auch unter einer Stigmatisierung. Wer aufgrund eines gebrochenen Beins mit einem Gips herumläuft, wird von allen bemitleidet, obwohl ihm meist gar nichts weh tut. Bei Menschen mit chronischen Schmerzen ist das Leid für Außenstehende hingegen nicht sichtbar. Schnell kommt der Verdacht auf, man übertreibe oder simuliere. Mühselige Rechtfertigungen sind die Folge.

Quelle: Statista 2016

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