Alzheimer

Kampf gegen das Vergessen

Von Svenja Runciman · 2018

Demenz kann in vielen Formen auftreten – die häufigste ist Alzheimer. Beinahe jeder kennt in seinem Umfeld Betroffene. Doch obwohl die Krankheit so verbreitet ist und mit Hochdruck an Therapien und Diagnosemöglichkeiten geforscht wird, gibt es neben einigen Erklärungsversuchen nach wie vor viele offene Fragen.

Detailaufnahme Hand: Alter Mann stützt sich auf Gehstock
Das Alzheimer-Risiko steigt mit zunehmendem Alter.

Betroffene erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, ringen nach Worten und haben Orientierungsprobleme, später zeigen sich häufig Persönlichkeitsveränderungen: Die Diagnose Alzheimer-Krankheit (lateinisch Morbus Alzheimer) bedeutet sowohl für die Patienten selbst als auch für die Angehörigen eine große Belastung. Die neurodegenerative Erkrankung, erstmals wissenschaftlich beschrieben von dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1846–1915), ist für etwa 60 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankungen verantwortlich. Die Zahlen sind erschreckend: Weltweit leiden ungefähr 47 Millionen Menschen an Demenz, in den westlichen Ländern macht Morbus Alzheimer Schätzungen zufolge mindestens zwei Drittel der Krankheitsfälle aus. Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Demenzkranken hierzulande bis zum Jahr 2050 von derzeit etwa 1,7 Millionen auf rund drei Millionen steigen wird.

Alzheimer: Bekannte Risikofaktoren

In den meisten Fällen tritt Alzheimer nach dem 65. Lebensjahr auf. Das Risiko einer Erkrankung steigt dann mit zunehmendem Alter. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Offenbar gehen bei der hirnorganischen Krankheit Nervenzellen und Nervenzellenkontakte in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich zugrunde; zudem ist der Signalaustausch zwischen den verbleibenden Nervenzellen beeinträchtigt. Als weiteres potenzielles Merkmal gilt das Entstehen zweier Sorten anormaler Proteine im Gehirn. Inzwischen konnten Forscher zudem bestimmte Risikofaktoren für die Krankheit identifizieren – neben dem hohen Lebensalter, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes mellitus. Außerdem wird eine familiäre Häufung beobachtet, was auf genetische Faktoren schließen lässt. 

Diagnose an der Netzhaut

Ein erfahrener Arzt kann Alzheimer meist mit einfachen Mitteln erkennen – Hinweise liefert die Schilderung typischer Beschwerden. Bestandteil der Diagnose sind neuropsychologische Tests, Laborbestimmungen und bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder das MRT. Auf eine neue Methode zur Früherkennung sind jetzt Mediziner der Washington University School of Medicine gestoßen: Offenbar weist, noch bevor die ersten Symptome auftreten, eine Verdünnung der Netzhaut auf eine beginnende Alzheimererkrankung hin. Eine solche Diagnose kann sehr wichtig sein, da die frühzeitige Behandlung einen großen Unterschied bewirken kann. Denn auch wenn Morbus Alzheimer bislang unheilbar ist, können medikamentöse und begleitende Therapien das Fortschreiten der Symptome hinauszögern und die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen verbessern.

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